… in meinem aktuellen nachtdienstturn war „und dann schaut der mich an wie ein auto mit standlicht!“. großartig! diese redewendung muß ich mir unbedingt merken.
aber daran sieht mensch auch, dass es hier gerade nix zu tun gibt. es ist halb 5 und mein kollege hat gerade pause. ich sitze hier also in der akutaufnahme der psychiatrie und kann mal schön ein paar zeilen schreiben. alle patienten schlafen. das ist nicht immer der f all. manchmal brodelt und köchelt es hier die ganze nacht. dann sind augenblicke zum sitzen eine seltenheit. gerade allerdings kann ich schon seit mehreren stunden das inet durchforsten, sudokus machen und ab und an mal eine gemütliche kippe rauchen. sehr schön wenn nix geht.
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wo es doch sowieso ärzteInnen magelt:
Liebe Medizinstudenten in der Bundesrepublik,
wie ihr vielleicht schon erfahren habt, ist unser Bundesland = Schleswig-Holstein pleite. Die Empfehlungen zur Konsolidierung sehen unter anderen die Schließung der medizinischen Fakultät an der Universität zu Lübeck vor: Das bedeutet, dass ab dem Wintersemester 2011/12 keine neuen Medizinstudenten aufgenommen werden.
Von der Regierung wird das als „Einschmelzen“ eines einzelnen Studiengangs verkauft, praktisch bedeutet dies jedoch den Tod der gesamten Universität zu Lübeck, da die vier übrigen Studiengänge sehr eng mit der Medizin verknüpft sind und weniger als die Hälfte aller
Studierenden stellen.
Zeitgleich ist auch die Privatisierung unseres Uniklinikums geplant.
Wir wehren uns gegen diese unhaltbaren Sparmaßnahmen in Gesundheit und Bildung!
Sieht man gerade auch auf die Art und Weise, wie die Landesregierung mit uns umspringt, kann man das nur als feige, berechnend und undemokratisch bezeichnen. Auch der Widerspruch zu aktuellen bundespolitischen Leitlinien, dass mehr Medizinstudienplätze in Deutschland entstehen sollen und gerade in die Bildung investiert werden muss, ist eklatant.
Zudem sind wir uns alle der Problematik des Ärztemangels in Deutschland – gerade außerhalb der Ballungszentren, und dazu zählt Lübeck – bewusst. Besonders vor diesem Hintergrund erscheinen die Pläne der Landesregierung, unsere Uni zu schließen, noch um ein Vielfaches
unverständlicher!
Vielen Dank sagen wir an dieser Stelle auch dem Vorstand der bvmd für das schnelle und deutliche Bekenntnis zum Erhalt unsere Fakultät! Schön ist es auch, dass uns viele Fachschaften schon ihre Solidarität zugesichert haben. Da wir von einigen von euch bereits angesprochen wurden, wie man uns noch helfen könne, finden sich im Folgenden noch ein paar Hinweise.
Wir würden uns daher sehr über eure Unterstützung freuen:
Jede Solidaritätsbekundungen – gerade wenn sie aus anderen Teilen des Bundesgebiets kommt – hilft. Solltet ihr darüber hinaus Kontakt zu einflussreichen Persönlichkeiten haben, informiert sie und bittet auch sie um Hilfe.
Tretet an eure Dekanate und Institute heran, macht sie auf unsere Lage aufmerksam und fordert sie auf, Ähnliches zu tun!
Momentan bündeln wir alle Kräfte für den 16.06.: An dem Tag werden wir nach Kiel fahren und vor dem Landtag demonstrieren. Wie könnt ihr uns in dieser Hinsicht unterstützen? Wenn ihr Lust und Zeit habt, kommt!
Da das natürlich nicht für alle möglich ist, würden wir uns über Flashmop-Aktionen oder kleine Solidarisierungsdemos am 16.06. in euren Städten freuen. (Informiert uns über eure Pläne, macht Fotos und Videos und schickt sie uns.) Oder folgt dem Beispiel der Kieler Fachschaft und
AStAs (s. Anhang) und malt uns Transparente, die wir dann mit zur
Demonstration nach Kiel nehmen können.
Weitere Informationen findet ihr auf unserer Internetseite. Sie wurde extra für unsere Proteste eingerichtet und dient als zentrale Vernetzungsstelle: über alle aktuellen Entwicklungen werdet ihr dort Auskunft findet. Es wäre uns ein Anliegen, wenn ihr die Seite möglichst weit verbreitet. Dort sind auch noch weitere Flyer und Plakate im Pdf-Format, u.a. mit dem Titel „Ich kämpfe für die Uni Lübeck“, zu finden.
Wir freuen uns auf eure Unterstützung und danken im Voraus!
Lübeck kämpft!
FS Medizin Uni Lübeck
wie schon in diesem artikel angekündigt, mußte ich ja unters messer. die ambulante operation war eine radikale circumcäsion, sprich: eine beschneidung (der vorhaut). die indikation (der grund) für die beschneidung war eine phimose (vorhautverengung). im vorfeld hatte ich mir gedanken über die sedierung während der op gemacht. jetzt kommt hier also meine erfahrung:
der tag der op begann für mich mit einer dusche. ich hatte die ganze nacht lang nicht geschlafen und fühlte mich um 5 uhr morgens dementsprechend schlecht. die dusche weckte mich erst mal wieder auf. um 7.15 meldete ich mich wie abgesprochen in der notaufnahme des krankenhauses beim ambulanten holding. zu meinem erstaunen wurde ich mit meiner akte auf eine station geschickt. im fahrstuhl hab ich mir dann meine blutlaborwerte angeschaut. interessant: minimal erhöhte leberwerte – nix aufregendes. auf station angekommen, wurden mir zimmer und bett zugewiesen. bald darauf bekam ich auch flügelhemd und antithrombosestrümpfe. alles eine sehr strange situation für mich, da ich die op-vorbereitung bisher nur von der pflegeseite aus kannte. jetzt war ich nun selber opfer! die schwester kündigte mir die op für ca 10 uhr an und verließ den raum, nachdem sie sichergestellt hatte, dass ich auch wirklich meine strümpe anzog. aber wie das bei ops so ist: sie beginnen nie zum angedachten zeitpunkt.
ich schlief also gegen 10 uhr 30 ein und wachte erst gegen 14 uhr wieder auf, als mein zimmernachbar gebracht wurde. kurz darauf ging es dann auch für mich los. im bett wurde ich zum op-trakt geschoben, der bettenschieber hielt einen kurzen smalltalk mit mir und schon war ich den händen einer anästhesieschwester. die legte mir eine braunüle (venenkatheter) und verfrachtete mich auf den späteren op-tisch. dann ging alles sehr schnell. im op-saal spritze mir der urologe brav das versprochene sedierungsmittel: dormicum, und ich schlief auf der stelle ein. obwohl es kleinere komplikationen während der op gab – verspätet einsetzende wirkung des lokalanästhetikums (kenn ich schon vom zahnarzt) und einem nieser – verlief die op gefühlt sehr entspannt für mich.
1 1/2 stunden später lag ich schon wieder in meinem zimmer auf station. die wirkung des dormicums hatte zwar weitgehend nachgelassen, aber etwas euphorisch und enthemmt fühlte ich mich immer noch. auch meine compliance war nicht die beste, als die stationsärztin mir ankündigte, dass ich die nacht noch zur kontrolle im krankenhaus verbringen sollte. “ der operateur hat aber was anderes gesagt!“ war meine stumpfe widerrede. aber sie funktionierte. nachdem mir mittag- und abendessen serviert wurden, konnte ich unter der bedingung, dass ich nicht mehr aktiv am straßenverkehr teilnehmen und abgeholt werde, das krankenhaus verlassen. nur mußte ich mich noch einmal um die zu verschreibenden schmerzmittel mit der ärztin streiten. sie wollte mit ibuprofen andrehen, wovon mir nur schlecht wird. ihr nächstes angebot war dann paracetamol – so ein blödsinn. ich fing den medikamentenpoker mit tramal an, und lag am ende bei novalgin. schade, aber auch damit waren die nächsten tage post-op zu ertragen…
so, dass war es erstmal von meiner krankenhauserfahrung. ich werd wohl nochmal einen artikel zu den komplikationen, dem medikamentenpoker und dem wundheilungsverlauf schreiben, aber der kann noch etwas auf sich warten lassen.
also, ich muß in den nächsten tagen unters messer. anstehen tut eine ambulante op, bei der keine vollnarkose indiziert – aber möglich – ist. jetzt habe ich aber keine lust auf einen schnorchel (tubus) – was eine vollnarkose ausschließt – und stehe daher vor der wahl, entweder nur lokalanästhesie, oder lokalanästhesie mit sedierung. zur sedierung wurden mir von freundinnen bis jetzt Dormicum (Midazolam) oder Propofol (Disoprivan) empfohlen. die qual der wahl habe ich nun, oder auch nicht, wenn bei der op kein anästhesist dabei ist, wird es wohl sowieso auf Dormicum hinaus laufen. mal sehen, was mich auf dem tisch erwartet…
da habe ich gerade ein interview von philipp rösler – dem aktuellen gesundheitsminister – mit der f.a.s. gelesen. es lies sich ganz spannend, besonders da die überschrifft „Numerus clausus für Medizin abschaffen“ hieß. ein paar sachen möchte ich dazu anmerken und kommentieren. damit ihr auch wisst aus welcher perspektive ich dies tue, vorher ein paar worte zu mir. ich bin medizinstudent an einer deutschen uni und studiere mit vollstudienplatz. nachdem ich eine ausbildung im gesundheitsbereich abgeschlossen hatte, entschied ich mich für dieses fach.
nun zu dem artikel. „Wir haben eine Überversorgung mit Ärzten in Ballungszentren und schon jetzt eine spürbare Unterversorgung im ländlichen Raum...“ zu dieser aussage von rösler, läßt sich schon einiges sagen. als kassenpatient ist die wartezeit bei einem niedergelassenen facharzt auch in städten ein problem. bei wartezeiten von bis zu 3 monaten auf einen termin können auch die krankenkassen nicht von genug ärzten sprechen.
„Deswegen plädiere ich für eine Abschaffung des Numerus clausus und für eine stärkere Berücksichtigung von Auswahlgesprächen. Außerdem muss es mehr Studienplätze geben…“, war eine der kernaussagen des interviews. sämtliche berichtende medien stürzten sich auf den ersten teil – die abschaffung des numerus clausus. von diesem kann mensch halten was er will. das medizinstudium ist ein sehr anspruchsvolles und anstrengendes studium, weshalb eine gewisse auswahl bei den wenigen studienplätzten sinnvoll scheit. allerdings sagen schul- bzw. abiturnoten nicht wirklich viel über die fähigkeit aus, das studium erfolgreich zu bewältigen oder ein guter mediziner zu sein. was kommt aber bei der berücksichtigung von auswahlgesprächen durch die unis raus? meiner meinung nach nicht eine bessere versorgung mit landärzten. deutsche unis stehen in einem klaren konkurrenzverhältnis untereinander und international. es geht bei diesem verhältins aber nicht um die menge der absolventen, sondern um forschung und spektakuläre erfolge. die auswahl der universitäten wird also vermutlich eher angehende wissenschaftler und anwärter für professorenstühle fördern. denn nur mit solchen „erfolgreichen“ medizinern läßt sich der titel der exellenz-uni rechtfertigen und für sich werben. bleibt das thema mit der aufstockung der anzahl der studienplätze. es könnte in zukunft deutlich mehr mediziner geben, wenn die anzahl der plätze erhöht wird. sprich es sollten mehr medizinische fakultäten eröffnet werden. aber auch an dem studium läßt sich etwas verändern, um die quote der examinierten abgänger zu erhöhen – dazu aber mal an anderer stelle mehr.
der song gefällt mir supa.
die stellen mit dem „white stuff“ und „listen to the bleep“ mag ich am meisten. schon schön, was die sich da zusammengedichtet haben.
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so, da sind wir in tel aviv angekommen. ein nettes apartment etwas außerhalb vom citycenter mit klimmzugstange und balkons ist eine gute homebase. den ersten abend habe ich überstürtzt begonnen. nachdem ich endlich die verbliebenen medikamente aus meinem blut ausgeschlafen hatte, machte ich mich ohne geld und alleine in die city, um den rest der reisegruppe zu treffen. nach dem besuch eines ATMs war das geldproblem gelöst. ein netter abend in der city schloß sich an. erst am kikar dizengoff den rest getroffen, dann nett essen – falafel mit humus – gewesen. anschließend ging es in eine kneipe. das goldstar bier schmeckte wunderbar. dann ging es noch in einen kleinen club namens laika. dort feierten die konferenzteilnehmerinnen ihren abschied. es floß viel bier und gab auch noch einen shot whiskey. dann wurde sich zu später stunde auf den rückweg gemacht. nachdem wir das gepäck des reiserestes aufgelesen hatten, wurde ein besuch des AM-PM pflicht. einkaufen um 04:21 geniale idee. nach der naschließenden taxifahrt, ging es endlich ins bett.
gewöhnen muß ich mich noch an die security. der türsteher des club trug einfach mal ne desert eagel – hart… am bahnhof bin ich auch erstmal schön durchsucht worden, genauso am flughafen – als ich mal kurz zum rauchen rausgegangen bin. aber es wird ja auch für meine sicherheit gesorgt.
gerade sitzen wir in der küche des apartments und planen die weiteren trips…
da war ich also am donnerstag beim hausarzt. auf die frage, ob er mir tavor verschreiben könnte, reagierte er überraschend positiv. aber mit panikzuständen sollte mensch halt auch nicht scherzen. ich habe ein großes problem mit dem starten und landen beim fliegen. im flugzeug angekommen, verkrampfe ich mich auf meinem sitzplatz und bekomme schweißausbrüche. also ist fliegen sehr anstrengend für mich.
das muß aber nicht so sein. ein in der psychiatrie und notfallmedizin erprobtes medikament wirkt sehr gut gegen panik-/erregungs- und angstzustände. tavor heißt es und hat den wirkstoff lorazepam. es ist damit ein ein mittel aus der gruppe der benzodiazepine. aus der gleichen wirkstoffgruppe kommt auch valium. aber anders als valium ist tavor mit einer kürzeren halbwertszeit ausgestattet. sei liegt je nach stoffwechselaktivität bei 10-14 stunden. das bringt den vorteil, dass du spätestens 24 stunden nach einnahme nix mehr von der wirkung des medikamentes merken solltest und der körper den großteil schon verarbeitet hat. also kein medikamten-lag (hangover) am nächsten tag, wenn du zumindest etwas nach dem flug geschlafen hast.
die nebenwirkungen sind bei tavor – explizit die paradoxe reaktion – wichtig zu beachten. du solltest das medikament vorher mal ausprobieren, am besten vorm schlafen mal eine tablette nehmen. es kann nämlich passieren, dass du genau gegenteilig auf das medikament reagierst. sprich, wenn du nach der einnahme plötzlich aufgeregt, nervös und unruhig bist, oder du angstzustände bekommst, ist tavor sicherlich nicht das richtige medikament für dich. wichtig ist bei tavor auch, dass du es niemals zusammen mit alkohol einnimmst. sprich während des fliegens gibt es keinen sekt oder schnaps mehr für dich. auch ein restalkoholgehalt im blut vom letzten abend ist nicht drin. alkohol kann zusammen mit dem lorazepam die atmung beeinträchtigen. dies geht auch schon mal bis zum atemstillstand! beware! wäre ja auch scheiße, den urlaub mit ner reanimation im flugzeug zu beginnen – auch der kostenfaktor ist bei einer solchen aktion ziemlich doof für die urlaubskasse. ich glaube ja, dass eine verschuldete notlandung mal schnell in rechnung gestellt wird. ein letzter tip noch: das medikament zusammen mit einer kopie des rezeptes mitnehmen. mensch hat meistens keine ahnung, wie zoll und sicherheitspersonal in anderen ländern auf verschreibungspflichtige medikamente reagieren.
so, jetzt aber schönen urlaub…